Art Histories and Aesthetic Practices. Kunstgeschichte und Ästhetische Praktiken ist ein Forschungs- und Stipendienprogramm für kunsthistorische Forschung in einem transkulturellen bzw. globalen Horizont. Es schafft einen Dialograum, der es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Kontinenten erlauben soll, die Perspektiven und Konturen einer pluralen Geschichte der Kunst zu diskutieren.
Es wendet sich an Forscherinnen und Forscher der asiatischen, afrikanischen, australischen, europäischen, der nord-, süd- und zentralamerikanischen Kunstgeschichte, der Archäologie sowie anderer Disziplinen, die sich mit der Geschichte und Gegenwart der visuellen Kulturen befassen. Das Programm untersucht die Konnektivität weiter historischer Räume und verfolgt komparative Fragestellungen. Dies ermöglicht zugleich das Arbeiten in neuen Formaten und Experimentieren mit neuen Formen von Kooperation.

Der Begriff der Ästhetischen Praktiken soll dazu einladen, Artefakte mit ihren Biographien sowie Transfer- und Transformationsprozesse in transkultureller bis postglobaler Perspektive zu untersuchen. Diese Fragen gelten den Dynamiken des Erzeugens und der Wahrnehmung von Dingen, Bildern und Architekturen, inklusive der Geschichte ihrer Ausstellung, Überarbeitung, musealen Aufbewahrung, Erwerbung, Neuinszenierung oder Zerstörung.

Art Histories and Aesthetic Practices bezieht soziologische, genderspezifische, historische, rechts- und religionswissenschaftliche, technische, philologische, linguistische, geografische, ökologische und wissenschaftshistorische Fragen in die transregionale Erforschung ästhetischer Praktiken mit ein. Dies erlaubt, Artefakte als Akteure oder Partizipanten in sozialen und kulturellen Dynamiken zu verstehen.

Art Histories and Aesthetic Practices strukturiert sich in vier thematische Felder: 1. Materialität und Technik; 2. Mobilität und Übersetzung; 3. Narrative und Display; 4. Ort, Raum und Umgebung. Das Programm zielt darauf, die Dichotomie einer formalen versus einer kontextuellen Analyse von Artefakten oder Objektkonstellationen zu überwinden. In diesem Sinn arbeitet es auf eine kunsthistorische Ökologie hin und schließt Museum Studies ein. Art Histories hat keine chronologischen oder geographischen Beschränkungen.
Es ist in einem wissenschaftlichen Umfeld angesiedelt, das es den Fellows und der scientific community erlaubt, mit Möglichkeiten zu experimentieren, sich der Geschichte visueller Kulturen und ästhetischer Praktiken in transkultureller Perspektive anzunähern.

Das Programm versteht sich als Angebot für eine intensivierte Zusammenarbeit kunsthistorischer Institutionen und Forschungseinrichtungen, die sich mit transkulturellen Fragestellungen befassen. Innerhalb Berlins kooperiert Art Histories insbesondere mit den Staatlichen Museen, der Freien Universität, der Humboldt-Universität, der Technischen Universität sowie dem ICI Berlin, Kulturlabor. Mit dem Forschungszentrum „Transregional Studies“ der Universität Heidelberg hat das Programm auf Bundesebene eine enge Zusammenarbeit initiiert. Weitere Kooperationpartner sind das Deutschen Forum für Kunstgeschichte, Paris (Max Weber Stiftung) und das Zentralinstitut in München. Art Histories and Aesthetic Practices wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als Projekt am Forum Transregionale Studien gefördert. Es ist assoziiert mit dem Programm »Connecting Art Histories in the Museum« (Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut/Staatliche Museen zu Berlin) und wird von Hannah Baader und Gerhard Wolf, beide KHI in Florenz – MPI, geleitet.